Mit welcher Haltung gehen Sie durchs Leben?

Ist bei Ihnen das Glas halb voll oder halb leer? Sind Sie problem- oder lösungsorientiert? Konzentrieren Sie sich eher auf Ihre Stärken oder versuchen Sie Ihre Schwächen auszugleichen? Kämpfen Sie eher gegen Etwas oder engagieren Sie sich für Etwas?
Da das Leben uns immer zwei Seiten einer Medaille zu bieten hat, müssen wir uns entscheiden, welche Seite wir sehen wollen. Und damit entscheiden wir uns für eine gewisse Grundhaltung zum Leben.

Wer sich beim Thema Demenz nur auf die Defizite und Probleme konzentriert, der wird wahrscheinlich sehr viel mehr Schwierigkeiten im Umgang mit demenziellen Einschränkungen bei sich selbst oder bei einem geliebten Menschen haben. Lässt man sich dagegen auf die noch verbliebenen Fähigkeiten und die intensive Gefühlswelt bei einer Demenz ein, hat man sicher viel mehr positive Erlebnisse. Das bestätigen die Aussagen Frühbetroffener und das habe ich auch in der Pflege so erleben dürfen.

Prüfen Sie Ihre Haltung zum Thema Demenz:

Beantworten Sie bitte spontan folgende Fragen. Dabei gibt es kein richtig oder falsch. Es macht Ihnen lediglich bewusst, in welche Richtung Ihre Haltung geht. Achten Sie bitte dabei auf die Gefühle, die diese Fragen in Ihnen auslösen.

1. Notieren Sie bitte 8 Begriffe, die Ihnen spontan zum Thema Demenz einfallen. Teilen Sie danach die Begriffe in positiv und negativ ein. Haben Sie mehr positive oder negative Begriffe?

2. Welche der folgenden Ausdrücke kommt in Ihrem Sprachgebrauch am ehesten vor? 
a) Demente
b) Demenzkranke
c) Menschen mit Demenz 
d) demente Menschen

3. Welche der folgenden Aussagen könnte am ehesten von Ihnen stammen?
a) Nach einer Demenz-Diagnose würde ich mich umbringen.
b) Wenn ich die Wahl zwischen einer Demenz und einer Altersdepression hätte, dann wäre ich lieber dement.      
c) Demenz muss bekämpft werden.
d) Demenz ist ein Spiegel unserer Gesellschaft.

4. Was ist am ehesten Ihre Ansicht zum Thema "Verhaltensauffälligkeiten"?
a) Verhaltensauffälligkeiten können nur mit Medikamenten behoben werden.
b) Verhaltensauffälligkeiten sind ein Weg der Betroffenen, sich auszudrücken, wenn etwas nicht stimmt.
c) Agression, Geschrei und Herumlaufen sind Symptome einer Demenz-Erkrankung.
d) Hinter jedem Verhalten steckt immer ein Grund.

5. Was wäre/ist für Sie - aus Sicht eines Betroffenen - das Schlimmste an einer Demenz?  Versuchen Sie, auch wenn es schwer fällt, eine Aussage zu wählen, die am ehesten auf Sie zutrifft.
a) Wenn ich meine Bedürfnisse nicht mehr mitteilen könnte.
b) Wenn ich auf Andere angewiesen wäre.
c) Wenn man über meinen Kopf hinweg entscheiden würde, ohne mich einzubeziehen.
d) Wenn ich keinen sozialen Austausch mehr hätte.

6. Was wäre/ist für Sie - aus Sicht eines Angehörigen - das Schlimmste an einer Demenz?
a) Wenn der Mensch, den ich liebe, mich nicht mehr erkennt.
b) Wenn mit dem Betroffenen keine Kommunikation mehr möglich wäre.
c) Wenn der Betroffene von mir oder von Anderen abhängig wäre.
d) Wenn ich mein eigenes Leben und meine Träume für unbestimmte Zeit aufgeben müsste.  

Vielen Dank haben Sie sich für diese Fragen Zeit genommen!

Und was nun? Schauen Sie bitte, was die Fragen mit Ihnen machen. Fühlten Sie sich von einigen Aussagen provoziert? Hatten Sie mal das Gefühl, ertappt zu werden? Was auch immer es ist, sobald eine Aussage ein Gefühl in Ihnen ausgelöst hat, dann schauen Sie bitte genauer hin, denn es hat Etwas mit Ihnen zu tun. Sie fühlen sich nicht wohl damit, und sollten sich dessen bewusst werden und etwas daran verändern. Viel Erfolg dabei!