Perspektivenwechsel

Von Menschen mit Demenz lernen 

Wir leben in einer Welt, in welcher der Verstand wichtiger ist als die Intuition. Wir haben es fast verlernt, auf unser Herz zu hören. Oder wir nehmen es einfach nicht Ernst. Sollte uns nicht besser das Herz führen und der Verstand lediglich als sehr nützliches Werkzeug dienen? 
Menschen mit demenziellen Einschränkungen halten unserer Gesellschaft schonungslos den Spiegel vor. Sie zeigen uns, wie sehr wir doch das Herz vernachlässigen, wie sehr wir uns mit dem Denken identifizieren. Und dabei ganz vergessen, dass wir nur in der Gegenwart lebendig sind.
Lernen wir von ihnen und werden wir achtsamer für den einzigen Moment, in dem wir wirklich leben, für das Hier und Jetzt. Dies ist ein erster Ansatz zu einem Perspektivenwechsel Demenz. Demenz als etwas Sinnhaftes zu sehen, als Spiegel unserer Gesellschaft, und als Etwas, von dem wir lernen können. 

"Nothing about us without us"

Ganz wichtig ist mir bei einem Perspektivenwechsel die Sicht Demenzbetroffener, die zwar erstmal nur für sich selbst und nicht für alle Menschen mit Demenz sprechen können, uns aber dennoch ein Bild vermitteln, wie sich die Welt der Demenz anfühlt und welche Wünsche sie an das Umfeld haben. Es gibt weltweit Frühbetroffene, denen die Sprache geblieben ist und diese als Demenzaktivisten engagiert nutzen. Hören wir ihnen zu!