SICHT ANGEHÖRIGE

In jeder Familie oder auch in jedem Freundeskreis finden sich heute Menschen, die auf irgendeine Art mit Alzheimer & Co in Berührung kommen. Entweder ist es die eigene Mutter oder der Grossvater oder jemand aus der Nachbarschaft, der mit demenziellen Einschränkungen leben muss.
Wie schwer dieses Leben für das Umfeld ist, habe ich als Pflegende in einem Demenzzentrum erfahren, wo regelmässig Angehörige zu Besuch kamen. Dabei habe ich aber auch feststellen können, dass die Haltung der Angehörigen das Wohlbefinden der Demenzbetroffenen entscheidend beeinflusst hat. 
Dass eine Demenz für eine Familie nicht nur belastend, sondern auch bereichernd sein kann, davon berichten folgende prominente und nicht-prominente Angehörige:

Arno Geiger, Sohn
"Es macht mich glücklich, dass mein Vater, der früher so distanziert war, mich heute sofort umarmt."

"Das Strahlen im Gesicht meines Vaters, das ist die Wirklichkeit."

 Sophie Rosentreter, Enkelin
"Es ist ein tägliches Abenteuer, das viel Geduld, Verständnis und Mitgefühl von uns verlangt. Die Belohnung? Wir verstehen, was es heisst, Mensch zu sein. Und zu bleiben."

Renate K., Ehefrau
"Ich glaube das, was die Gesellschaft lernen muss heute, ist die Stille und die Zeit als was Erfüllendes wahrzunehmen."

Bettina Tiedjen, Tochter
"Auch wenn der Kopf nicht mehr wie gewohnt 'funktioniert', kann das Leben noch lebenswert sein. Die Liebe, das Lachen, das Weinen, die Freude, die Trauer, die Lust - all das ist weiterhin da, oft sogar noch stärker und intensiver als vorher."

Renate F., Ehefrau
"Mein Mann begeistert mich noch immer."

Katharina W, Tochter
"Meine Mutter kennt mich, aber wer ich bin, weiss sie nicht. Sie kennt meine Stimme, vielleicht auch bestimmte Bewegungen, die ich mache. Sie spürt meine Berührung. Aber dass ich ihre Tochter bin …
Das ist auch nicht wichtig."